www.RM-Bau.de - Das Auftragsrisiko im Griff

Prof. Dr. jur., Notar
Peter Fischer
Dipl.-Ing. (FH)
Michael Maronde

Dipl.-Ing. (FH)
Jan A. Schwiers

Ist ein Auftrag ein Wert an sich?

oder „Wie sollte man mit Aufträgen umgehen, um gewinnbringend oder zumindest nicht kapitalvernichtend Projekte abzuwickeln?“ Die Frage scheint zunächst banal, die Problematik, die sich dahinter verbirgt, ist jedoch eine ernstzunehmende.

Bei der Vergabe von Bauleistungen müssen Bauunternehmer Angebote mit verbindlichen Preisen abgeben. Den Zuschlag erhält in vielen Fällen das Unternehmen mit dem günstigsten Angebot. Dieses Angebot ist in der Regel mit bestimmten Risiken verbunden.

Besonders für Unternehmen der Bauwirtschaft gilt, dass ihr wirtschaftlicher Erfolg und damit auch die langfristige Sicherung und Entwicklung des Unternehmens in der Regel nahezu ausschließlich von der Gesamtheit einzelner Projekterfolge abhängt. Je größer das Volumen eines Auftrages, je komplexer die geforderte und angewandte Technologie, je unbekannter die möglichen Einfluss- oder Störquellen eines Auftrages oder Projektes sind, desto bewusster muss sich der Unternehmer der Tatsache des Einflusses der einzelnen Projekterfolge oder auch Misserfolge werden und seine Chancen und Risiken auftragsbezogen genauestens analysieren.

Häufig ist jedoch zu beobachten, dass Aufträge aufgrund der Marktsituation bereits zu absurden und teilweise ruinösen Bedingungen kalkuliert, angeboten und angenommen werden. Auch zunächst Erfolg versprechende Projekte geraten aufgrund unerkannter oder falsch eingeschätzter Risiken in die Verlustzone. Häufen sich derartige Projektergebnisse ist über Kurz oder Lang die Insolvenz des Unternehmens die Folge.

Ein richtig gelebtes Risikomanagement würde in vielen Fällen helfen, erfolgsgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen, zu steuern oder ggf. auszuschließen. In Zeiten positiver Konjunkturentwicklungen ist der „Puffer“ zwischen Erfolg und Misserfolg vielleicht etwas größer. Die Kernproblematik ändert sich dadurch jedoch nicht.

Dabei geht es insgesamt nicht um hoch wissenschaftliche Ansätze von Wirtschaftlichkeits- und Risikobetrachtungen. Vielmehr muss pragmatisch auf folgende Fragestellungen eine einfache Antwort gegeben werden:

  • Wie versetze ich mich in die Lage, Risiken eines Projektes zu erkennen?
  • Wie berücksichtige ich systematisch erkannte Risiken bei der Erstellung eines Angebotes?
  • Wann sollte man auf ein Angebot oder einen Auftrag verzichten?
  • Welche Risiken bestehen in den Projektphasen und welche Maßnahmen sind grundsätzlich zu ergreifen?

Neben der Abwicklung von Aufträgen bzw. Projekten gehört zum Handeln eines Bauunternehmers auch immer die kaufmännische Führung und Steuerung des Unternehmens. Hier ist die Zusammenarbeit mit Kreditinstituten unweigerlich integraler Bestandteil.

Im Zuge von Basel II werden Kreditinstitute verpflichtet, zunehmend Wert auf die Transparenz ihrer Kreditrisiken und die Beurteilung ihrer Kreditnehmer, gegebenenfalls sogar einzelner Projekte, zu legen. Durch Basel II werden die Kreditkonditionen (Verzinsung) maßgeblich vom Risikograd des Kreditgeschäftes beeinflusst. So muss auch hier auf Seiten der stark durch Fremdkapital geprägten Bauunternehmen erhebliches Interesse bestehen, durch Ansätze von Risikomanagement ihre Risiken besser zu beherrschen, transparenter darzustellen und dadurch letztendlich auch ihre Risikoeinstufung für ein Kreditgeschäft positiv zu gestalten.
"Das Auftragsrisiko im Griff" gibt dem Bauunternehmer eine praxisnahe Anleitung und Übersicht zur Risikoanalyse bei Bauprojekten in der Angebots-, Ausführungs- und Gewährleistungsphase. Anschauliche Erläuterungen, Praxisbeispiele sowie zahlreiche Checklisten und Formulare ermöglichen die schnelle und vor allem einfache Umsetzung in der Baupraxis.

"Das Auftragsrisiko im Griff" zeigt darüber hinaus Wege auf, die die Möglichkeit der positiven Einflussnahme auf ein Rating von Banken eröffnen.

Ein Muss also für jeden Praktiker, der den Einstieg in die Thematik Risikomanagement sucht.

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