Auftragsrisiken

Risikobereiche

Die Risiken eines Auftrages lassen sich in vier Risikobereiche untergliedern:

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Diese vier Risikobereiche bilden in ihrer Gesamtheit, d.h. in ihrer jeweiligen Einzelwirkung und in ihrem Zusammenspiel, das Risikoportfolio eines Projektes ab. Die Unterteilung und grundlegende Definition der in der Abbildung dargestellten Risikobereiche erscheint sowohl praxisnah als auch pragmatisch gewählt, da jedes Projekt…

  • ... einen wirtschaftlichen Zweck (Projekterfolg, Gewinnerzielung) verfolgt,
  • ... einen Vertrag zur Grundlage hat,
  • ... zeitlich in seiner Ausführung in der Regel fest terminiert (im Besonderen Zwischen- und Endtermin) und begrenzt ist sowie
  • ... die technische Umsetzung eines definierten Bausolls als elementares Ziel hat.

 

Wirtschaftliche Risiken

Der Risikobereich Wirtschaftliche Risiken beinhaltet im weitesten Sinne die Aspekte, die übergreifend ein erhebliches Risiko für den wirtschaftlichen Erfolg des Projektes darstellen können. Durch unerkannte Risiken in diesem Bereich könnte der wirtschaftliche Erfolg des Projektes erheblich gemindert werden:

  • Bauvolumen: Wie steht das Volumen eines Auftrages im Verhältnis zum Jahresumsatz? Kann ein Misserfolg dieses Projektes aufgrund seiner Größe das Unternehmen in die Insolvenz treiben?
  • Vertragsstrafe: Ist eine Vertragsstrafe vertraglich vorgesehen? Wurde diese wirksam vereinbart, d.h. ist die Formulierung korrekt und die Höhe begrenzt? Ist ihr Eintritt wahrscheinlich (z.B. neues, zeitlich nicht einschätzbares Bauverfahren)? Könnte zusätzlich ein Schadensersatz gelten gemacht werden?
  • Wettbewerb & Personal: Handelt es sich um ein Projekt im Bereich des "ruinöser Wettbewerbs" oder ist "keine Konkurrenz" zu erwarten? Kann erfahrenes, qualifiziertes Personal bereitgestellt werden oder auf dem freien Markt eingekauft werden? Sind benötigte Maschinen verfügbar?
  • Weiteres: Vgl. Literatur

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Terminliche Risiken

Der Risikobereich Terminliche Risiken befasst sich im weitesten Sinne mit den Aspekten, die übergreifend ein erhebliches Risiko für den Projektverlauf und -erfolg aus Sicht der terminlichen Realisierung darstellen können. Denn als "Folge des Eintretens von terminlichen Risiken können Überschreitungen des Projektendtermins und daraus resultierende Pönalen" eintreten:

  • Zeiträume: Steht ausreichend Zeit für die Kalkulation des Projektes zur Verfügung? Steht ausreichend Zeit für die Arbeitsvorbereitung zur Verfügung?
  • Terminplanung: Ist die vorgesehene Ausführungszeit "zu kurz", "ausreichend" oder "zu lang"? Gibt es viele kritische Wege im Terminplan? Sind hohe Leistungsdichten vorgesehen?
  • Weiteres: Vgl. Literatur

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Vertragliche Risiken

Der Risikobereich Vertragliche Risiken befasst sich im weitesten Sinne mit Risiken aus der Vertragsgestaltung, mit Risken durch Vertragspartner und Risiken hinsichtlich gesetzlicher Regelungen und Abweichungen von diesen. Diese Risiken können direkten Einfluss auf das Leistungssoll und die zu investierenden Mittel zur Erfüllung des Leistungssolls haben und damit unmittelbar den wirtschaftlichen Erfolg des Projektes beeinflussen:

  • Vertragsart: Handelt es sich um einen Vertrag mit wenig Risiko (z.B. Einheitspreisvertrag)? Oder befindet sich das Mengenrisiko zusätzlich beim Auftragnehmer (z.B. Pauschalvertrag)? Eventuell ist der Vertrag im Unternehmen eher unbekannt (z.B. GMP-Vertrag)? BGB oder VOB/ B Vertrag?
  • Vertragssoll und -basis: Ist das Bausoll über Leistungsverzeichnisse oder/ und Pläne detailliert beschrieben? Sind Planungs- oder Genehmigungsrisiken zu übernehmen? Beinhaltet der Vertrag Risiken aus Komplettheitsklauseln?
  • Weiteres: Vgl. Literatur

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Technische Risiken

Der Risikobereich Technische Risiken befasst sich im weitesten Sinne mit Risiken die aus der Bauverfahrenstechnik resultieren. Dieser Bereich ist unternehmensspezifisch zu ergänzen bzw. gänzlich auszufüllen. Erfahrungsgemäß wird dieser Bereich durch die Bauunternehmen am weitesten beherrscht und aufgrund der unterschiedlichen Tätigkeitsgebiete nicht gänzlich beschrieben:

  • Technologie: Ist die Technologie eines Projektes beherrschbar? Liegt das benötigte Know-How vor? Standardprojekt oder neues Bauverfahren?
  • Weiteres: Vgl. Literatur

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Umfangreiche Erläuterungen zu den vier Risikobereichen und Ansätze zum Umgang mit selbigen (Erkennung, Erfassung und Bewertung) werden im Buch „Das Auftragsrisiko im Griff“ dargestellt.